Die Geschichte von Schloßberg und des Schlosses

Nach Knapp, der 1937 einen Bericht über die Gemeinde Schloßberg verfasste, existierte in Hohenegg eine Höhlensiedlung, in der er eine Burgstelle vermutete. Prähistorische Scherben weisen auf eine Besiedlung in der Zeit der Ur- und Frühgeschichte hin. Die Ortsgemeinde Schloßberg gehörte mit den Gemeinden Glanz a. d. Weinstrasse und Eichberg-Trautenburg bis Ende 1882 zum Ortsverbande der Marktgemeinde Leutschach. Mit 1. Jänner 1883 wurde die Ortsgemeinde Schloßberg selbständig. Das Flächenausmaß betrug damals 4358 ha. Eine Fläche von 1420 ha fiel anläßlich der Grenzziehung 1921 an das damalige Jugoslawien, ebenso 94 bewohnte Häuser. Die Ortschaft Heiligengeist am Ortsberge gehörte bis zur Grenzziehung zum Ortsgebiet der Gemeinde Schloßberg.

Das Gemeindegebiet von Schloßberg wurde sowohl 1918 als auch 1945 von jugoslawischen Truppen besetzt. Sie zogen sich 1921 an die jetzige Staatsgrenze zu Slowenien zurück, die 18 km entlang der Gemeindegrenz verläuft. Die Gemeinde errichtete in der Zeit von 1909 bis 1912 in Heiligengeist ein Schulgebäude und eine Ortswasserleitung. Das Schulgebäude wurde 1944 durch Partisanenkriege vernichtet. Von 1947 bis 1949 konnte im Gemeindegebiet "Schmierenbergteiche" ein neues Schulhaus (Josef-Krainer-Schule) errichtet werden. Die noch brauchbaren Mauerziegel der alten Schule wurden mit Pferde- und Ochsenfuhrwerken zum neuen Standort der heutigen Volksschule transportiert. Im Jahre 1886 und später war nicht nur der Bau einer Eisenbahnlinie Wies-Marburg, sondern auch die Errichtung eines Bahnhofes in Schloßberg geplant. Damals waren im Gemeindegebiet vier Mühlsteinbrüche und ein Steinbruch mit Eisensteinen in Betrieb. Die Mühlsteine wurden für Getreide- und Obstmühlen hergestellt und zum Teil auf Waggons verladen in die ganze Steiermark geliefert. Auch zwei Kalköfen und eine Ziegelei bereicherten einst das wirtschaftliche Leben in Schloßberg. Der Gutsbesitzer Carl Angwerd (Schloß Trautenburg) betrieb ein Dampfsägewerk und errichtete 1926 eine Badeanlage, die jedoch 1936 wieder aufgelassen wurde.

Das Gemeindegebiet von Schloßberg wird, wie auch schon früher, überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt.

Schloß Trautenburg

Nahe bei Leutschach, in der Gemeinde Schloßberg, auf einer Anhöhe der reizvollen Landschaft des südsteirischen Hügellandes, an dessen Sonnseite der Wein, an der Schattenseite der Wald, und im Tal vorwiegend Obst, Mais und Hopfen gedeihen, erhebt sich die altehrwürdige Trautenburg. 1234 wird ein Ansitz des Reinbert II. von Mureck, Herrn auf Schmirnberg, urkundlich genannt, der hier, an der einst römischen Handelsstraße, die heute Beginn der südsteirischen Weinstraße ist, in beherrschender Lage entstand. Es gab zwei Adelssitze: das Schloß zu Leutschach und die Trappenburg. Kaiser Maximilian I. belehnte Wilhelm von Trauttmansdordf mit dem Schloß. König Ferdindand I. (später Kaiser) gestattete 1535 Ehrenreich von Trauttmansdorff, Vizedom des Erzbischofes von Salzburg in Leibnitz, dem Schloß Leutschach den Namen "Trauttenburg" zu geben und sich "davon nennen, haissen und schreiben" zu dürfen. 1567 verkaufen die Söhne des Jakob von Trapp den Sitz Trappenburg an die "von Trauttmansdorff zu Trautenburg", wodurch beide Besitzungen vereinigt wurden. Auf der ältesten Ansicht des Schlosses um 1600 ist dieses als wehrhafte Burg mit Ecktürmen und einem mächtigen Turm, wie sich das Gemäuer bis heute erhalten hat, dargestellt. 1769 verlieh Kaiserin Maria Theresia Joseph von Boßet das Prädikat "von Trautenburg". Seit 1794 war Trautenburg Bezirksherrschaft, konnte Rekrutierungen durchführen, Gesetze erlassen, das Gewerbe überwachen, wurde Polizeibehörde und übte die Gerichtsbarkeit aus. 1822 gehörten zur Bezirksherrschaft 9 Gemeinden mit 744 Häusern und 3637 Bewohnern, 71 Pferde, 653 Ochsen, 706 Kühe und 142 Schafe. 1853 erwarb Ignaz Kreuzberger Trautenburg und ließ das "sehr hübsche, zweigeschoßige Schloß mit seinen imposanten Fronten und allen seinen Gängen, Säulen und Zimmern sozusagen neu herstellen und die Gemächer mit vielen antiken Möbeln, Waffen, Bildern u. a. schmücken" und vergrößerte das Gut. Er hat den prächtigen Park in seiner heutigen Form angelegt. Gedankentafeln in der Einfahrt des Burgtores. Im Ersten Weltkrieg, 1917/1918, war hier die k.k. Hofgestüt-Verwaltung. Im Zweiten Weltkrieg, 1944, traf eine Fliegerbombe des Südtrakt des Schlosses; 3 Personen wurden getötet, so die Tante des damaligen Schloßherrn, Eugenie Gräfin von Ostrowski, geb. Gräfin Haugwitz. Ab 1945 hatte das Schloß unter den Kriegsfolgen (Besatzung) zu leiden. Trautenburg ist ein mehrgeschoßiger, um einen rechteckigen Innenhof angeordneter Vierflügelbau mit einem an das Burgtor anschließender Ausßentrakt, geschützt von einer Mauer mit Zinnen. Der wuchtige Rundturm wurde 1902 durch ein aufgesetztes Achteck mit einem Wehrrundgang erhöht und mit einem achteckigem Zeltdach versehen, dessen Spitze von einem Ritterkreuz bekrönt ist. Im Turm ist die Rüstkammer mit Holzdecke, unterhalb dieser ist das Burgverließ. Das Burgtor, 17. Jh., hat einen Ziergiebel, der das Rauch-Höphffner-Brendt'sche Wappen trägt. Die im Erdgeschoß befindliche Burgkapelle, um 1450 dem Hl. Anton von Padua geweiht, hat gotische Türportale. Im Innenhof befinden sich Pfeilerakaden, eine Eckwendeltreppe und im Oberschoß ein geschlossener Gang und rechtsseitig ein auf mittelalterlichen Kragsteinen ruhender offener Gang. Lebensgroße Statuen von Giovanni Guiliani und Henri Chapu, weitere Meisterwerke, kaiserliche Jagdtrophäen u. a. zieren das romantische Schloß. Im Westtrakt hat das Kaiserzimmer eine italienische Stuckdecke und einen Empire-Ofen. Im Osttrakt steht ein weiterer Empire-Ofen. Der Rittersaal mit hohen Rundbogenfenstern ist im Nordtrakt und hat zur Straßenseite einen Balkonvorbau mit Doppelsäulen, der einen weiten Rundblick über Leutschach bis zur Koralpe bietet. Im Gebäude an der Schloßallee befindet sich der Weinkeller, dessen Deckengewölbe von zwei mächtigen Säulen mit romantischen Säulenkapitell getragen wird. Im Meierhof, 18. Jh., sind Stuckdecken und Rokokotüren. Die heutige Herrschaft Trautenburg umfaßt das Schloß mit einem Gutsbetrieb, bestehend aus Land-, Forst-, und Weidewirtschaft und Weinbau. Vom sagenumwobenen Schloß weiß man von einem unterirdischen Gang, von einer grauen Frau, die nachts durch die Räume schwebt, von einem Teufel, der beim Fenster hinaus entschwand und Fußtritte hinterließ, wie im Park von der Himmelsstiege und der Teufelsbrücke zu berichten. Im Park sind seltene Gewächse, alte Bäume und zwei Teiche; er geht in den Wald über, der sich über mehrere Täler, in denen Quellen entspringen, erstreckt. Die Trautenburg teilt seit 750 Jahren das Schicksal mit dem Land und mit dem Volk, dessen Hort und Wehr sie gewesen ist. Die Schloßherrenfamilie von Rauch-Höphffner, des Hl. Röm. Reichs Edle von Brendt, die ihre Abstammung von Kaiser Karl dem Großen herleitet und Tradition pflegt, sieht es als eine Sendung an, Trautenburg als Wahrzeichen der Heimat zu erhalten und als einen kulturellen Mittelpunkt der Bevölkerung zugute kommen zu lassen.

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