Volksschule Großwalz
Josef-Krainer-Schule
Schloßberg, KG Großwalz, Großwalz 1
Anstelle der 1913/14 errichteten und 1944 auf jugoslawischem Staatsgebiet gelegenen zerstörten Schule wurde das neue Gebäude drei Kilometer von der alten Schulruine entfernt erbaut und am 25. September 1949 eröffnet. Zuvor war ab 1945 der Schulbetrieb im Bauernhaus vlg. Huber gehalten worden. Der untragbare Zustand führte dazu, dass die Bevölkerung endlich wieder ein Schulhaus wollte. Die Gemeinde Schloßberg konnte beim vlg. Jaggeritsch in Großwalz einen Baugrund in 700 m Seehöhe am Nordabhang des Zjarzkogels erwerben. Die ersten aus Graz kommenden Pläne sahen ein Ziegelgebäude vor, das wegen der Schwierigkeit, ortsfremdes Baumaterial heranzubringen, nicht zur Ausführung kommen konnte.
Daher ersuchte die Gemeinde um einen neuen Plan in Holzbauweise. Große Leistungen übernahm die Bevölkerung durch Spenden an Holz, das mit einer Wandersäge für Blockholzschnitt geschnitten wurde, und durch Fuhrrobot. Aufgrund der finanziellen Unterstützung durch die Steiermärkische Landesregierung erhielt die Schule nach dem damaligen Landeshauptmann den Namen Josef-Krainer-Schule und konnte im Jänner 1950 bezogen werden.
Während das eingeschossige Haus mit Dachbodenausbau aus Holz errichtet wurde, ist die Mittelwand wegen der Heizung aus Ziegeln gemauert. Diese Ziegel wurden mit viel „Schneid“ vom alten Schulhaus an der Grenze geholt. Vier Räume wurden im Haus eingerichtet, davon zwei Klassenzimmer wobei die Klasse 1 auch als schlichte Kapelle für die umliegende Bevölkerung Verwendung findet. 1991 fand eine Innensanierung nach Plänen von Architekt DI Gottlieb Krasser statt.
Der Außenbau lehnt sich in seiner Grundgestaltung an die traditionelle südweststeirische Hausform an. Das Erdgeschoss in Blockbauweise aus dunklem Holz mit großen Fenstern und grünen Läden ist mit einem steilen, ziegelgedeckten Krüppelwalmdach mit Gaupen an der Breitseite und überdachtem Balkon an der Giebelseite eingedeckt.
Festgedicht 50 Jahre Josef-Krainer-Schule, Großwalz, 1949-1999
Fünfzig Jahre sind scheinbar schnell um.
Wir spüren das Schwinden der Zeit auch an uns herum!
Denken wir zurück an die Zeit nach dem Krieg –
harte Aufbauarbeit mit Mut und Geschick.
Pioniere mit Herz und Elan,
sie nahmen sich um das Grenzland an.
Schule und Bildung auch damals schon Grundsatzangebot,
und heute sehen wir den Lohn:
Ein blühendes Land, geschaffen vom Vater für den Sohn.
Heuer feiern wir Geburtstag und schauen nicht nur zurück,
sondern der Blick ist schon wieder gerichtet nach vorn,
wo ein Auftrag für alle enthalten ist:
Unsere Schule soll behalten ihren Wert –
ein Ort der Begegnung –
ein Stück Heimat, der Grenze nah –
ein Stück Leben, wo es noch lebenswert ist –
ein Stück Freude in Herz und Gesicht.
Halten wir zusammen, dass es weiter so bleibt,
dass man den Wert der Schule und der Region begreift,
die Abwanderung stoppt, hier Leben erhält,
und den Geist bewahrt,
der uns das Leben verrät!

- Schüler 2006/2007

- Die Schule im Winter